Endlich ein wenig Ruhe! Zumindest eine erholsame Stunde auf einer Parkbank direkt am schwarzen Meer. Allerdings wurde es langsam Zeit uns um das Nachtquartier zu kümmern. So sprachen wir den nächstbesten Georgier mit unserem grotten schlechten Russisch an und… welche Überraschung… er verstand uns. Die Telefonnummer von Arutin hatten wir uns über Hospitalityclub besorgt, allerdings ging da eine Frau ans Telefon und die ganze Situation am anderen Ende der Leitung schien ziemlich verwirrt. Wir einigten uns also darauf später nochmal anzurufen. Allerdings liefen wir uns nur 10 Meter weiter bereits in die Arme: drei sehr laute Polinen, Arutin - ein sehr schweigsamer Georgier und noch zwei Freunde von ihm. Arutin meinte: Ein Schlafplatz sei kein Problem, aber vorher müssen wir Chacha trinken: Reanimazi. Sein Großvater lag den Ärzten nach wohl schon im Sterben, als ihn ein kräftiger Schluck aus seiner Chacha Flasche wieder zu neuen Kräften kommen ließ. Naja und inzwischen säuft, raucht und lebt er schon 90 Jahre. Bei Arutin zuhause angekommen, werden wir erst mal von seiner reizenden Mutter empfangen. Eine sehr herzliche und musikalisch außerordentlich begabte Frau. Hinter dem Haus begegnen wir dann dem Onkel und dem Opa, natürlich beim Chacha trinken (Das Zeug hat über 60% und ist selbst gebrannt).
Wenige Zeit und ein paar Chacha später beschließen wir uns von dem völlig betrunkenen Onkel in den botanischen Garten fahren zu lassen, auch wenn uns dabei erst mal nicht so ganz geheuer ist. Wir brechen also mit überlauten russischen Schnulzen im Radio auf und rasen mit dem Onkel durch die Stadt. Allerdings hat der Spaß ein jähes Ende, als der Onkel eine Sehenswürdigkeit präsentieren will und mit ziemlichem Karacho gegen den 40cm hohen Bordstein fährt. Kracks… :P Die Achse hat es wohl gerad so überlebt, der Kotflügel weniger.
Danach verlief die Fahrt wesentlich ruhiger und die Stimmung war etwas gedrückt. Auch reagierte der Onkel etwas unverständig als wir im botanischen Garten aussteigen wollten. Er fuhr einfach mit dem Auto weiter durch und lud uns irgendwann wieder ein. Zurück zuhause bekam er auch erst mal richtig Ärger mit Arutins Mutter. Naja bald war das alles wieder vergessen und abends gab es ein rauschendes Fest mit viel Wodka, Chacha, Tanz und Gesang. Nicht zu vergessen, das ausgezeichnete Essen.
Nachdem wir die Nacht im Bett von Arutins Mutter verbracht haben (Sie ließ sich nicht davon abbringen), war der nächste Morgen für mich ganz schön schwer :) Wie auch immer, wir wollten weiter nach Tsalendjika trampen, ein kleiner Ort in der Nähe Abchasiens, um dort meine Freunde zu treffen, bei denen ich schon 2003 gewesen bin.
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